Pädagogisches Konzept


Pädagogisches Konzept

1 Pädagogischer Leitgedanke

Im Mittelpunkt der Arbeit aller Beteiligten steht das Kind. Alle Personen, die sich mit der Bildung und Betreuung der Kinder in der Katharinenschule beschäftigen, sind sich ihrer Verantwortung bewusst und verstehen sich als Team. Im Umgang zwischen Kindern, Eltern, Erziehern, Lehrern, Sozialpädagogen und nicht pädagogischem Personal gelten verbindliche und verlässliche Regeln, die gemeinsam abgestimmt werden. Grundlage dafür ist das aktuelle Leitbild. Das friedliche und freundliche Miteinander ist eine wichtige Säule, der sich alle verpflichtet fühlen. Die Katharinenschule arbeitet nach dem Prinzip der Inklusion, d. h. Schülerinnen mit besonderem Förderbedarf werden in Regelklassen beschult, es wird eine Pädagogik der Vielfalt mit einem individuellen Blick auf jedes einzelne Kind gelebt. Allen Kindern wird somit eine Teilhabe am Unterricht, an den Angeboten und Kursen ggf. mit besonderer Unterstützung ermöglicht. Die Herausforderung der inklusiven Pädagogik muss in der Ganztägigkeit berücksichtigt werden und sich in den Ressourcen widerspiegeln. 

2 Schulleben / gemeinsame Lernkultur

Die Katharinenschule ist dreizügig und führt zwei Vorschulklassen. Alle Schüler nehmen an den gemeinsamen Festen und Veranstaltungen teil und lernen so den Schulbetrieb und ihre Mitschüler kennen. 

Bei der Organisation und Durchführung von Festen, Projekten und anderen Veranstaltungen bringen Erzieher und Lehrer ihre Kompetenzen gleichermaßen ein und halten Verabredungen ein. 

Ein Patensystem erleichtert den Schulanfängern den Schulbeginn und überträgt den älteren Kindern wichtige Verantwortungen. Dies erleichtert  auch die Durchführung der jahrgangsübergreifenden Angebote. Die Kinder werden angeleitet, sich an Prozessen, die sie betreffen, zu beteiligen. In allen Klassen wird regelmäßig der Klassenrat durchgeführt. Die Schüler bereiten in diesen Runden auch die Wünsche an die Kinderkonferenzen vor, an denen die Klassensprecher teilnehmen. Die Ergebnisse der Kinderkonferenzen werden für die Lehrerkonferenz und den Klassenrat protokolliert und weiterbearbeitet.

Die Beschulung und Betreuung der Kinder soll mit verlässlichen Bezugspersonen erfolgen. Lehrer, Sozialpädagogen, Erzieher und ehrenamtliche Mitarbeiter sind jeweils festen Kindergruppen zugeordnet; die Kinder wissen, welche Personen für sie verantwortlich sind. Für die Nachmittagszeiten sind der Bau- und Spielraum im 3. Stock und das Atelier als feste Anlaufpunkte eingerichtet, in denen die Kinder jederzeit verlässliche AnsprechpartnerInnen finden. Besonders diese Räume setzen sich durch deutlichen Wohncharakter von den Klassenräumen ab. 

Die Mittags- und Arbeitszeiten werden von ErzieherInnen, Lehrkräften und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen betreut. So wird sichergestellt, dass das gemeinsame Regelwerk von allen Beteiligten gleichermaßen gelebt und umgesetzt wird. 

In regelmäßigen Abständen trifft sich das für eine Schulstufe verantwortliche Team um sich auszutauschen. Die Gesprächspartner sind gleichberechtigt, die Ergebnisse werden protokolliert.

Die Sprachförderung wie die Lernförderung (besonders im Bereich Mathematik) findet möglichst parallel zur Arbeitszeit in Absprache mit dem Klassenteam statt. Die Sonderpädagogin unterstützt den Klassenunterricht  bzw. arbeitet nach Bedarf mit kleineren Gruppen, um die Kinder in ihrer Entwicklung zusätzlich zu unterstützen. Die Förderung wird in allen Bereichen dokumentiert.

Pro Schuljahr führen die Lehrkräfte mindestens ein Lernentwicklungsgespräch durch, in dem der Schüler / die Schülerin und die Sorgeberechtigten über den individuellen Leistungsstand informiert und gemeinsam Lernziele vereinbart werden. Nach Möglichkeit beteiligen sich die ErzieherInnen an den Gesprächen. Zusätzlich findet ein Elternsprechtag statt.

Bei Erziehungskonflikten wird frühzeitig zu einem Gespräch gebeten, zu dem alle, die im Tagesablauf mit dem Kind aussagefähigen Umgang haben, eingeladen werden. Diese Gespräche und daraus folgende Verabredungen werden protokolliert und zu den Akten genommen. 

 

3 Gestaltung der Räume und Flächen

Die Katharinenschule ist als Ganztagsschule ausgestattet, verfügt also zusätzlich zu den Unterrichtsräumen in jedem Stockwerk über Spiel- und Lernzonen, das sind Flächen, die flexibel zu nutzen sind. Im 2. Obergeschoss befinden sich das Spielzimmer, die pädagogische Insel sowie eine sehr gut ausgestattete und ansprechend gestaltete Bibliothek. Im 3. OG gibt es den Bau- und Spielraum. Im 4. OG stehen das Atelier sowie ein Bewegungsraum zur Verfügung. Als Fachräume verfügt die Schule über eine Holzwerkstatt mit Nebenraum, einen Sachunterrichtsraum mit Küchenzeile, einen Musikraum, eine Sporthalle, einen Bewegungs- und Entspannungsraum, eine Pausenhalle/Aula mit Bühne und eine Mensa. 

Um den jüngeren Kindern eine größtmögliche Kontinuität und Sicherheit zu ermöglichen, liegen ihre Räume  im 2. OG. Dort befinden sich, außer dem Spielzimmer, die Klassen- und Gruppenräume der ersten und zweiten Klassen, das Lehrerzimmer, die pädagogische Insel und die Bibliothek. 

Da in den Klassenräumen auch jahrgangsübergreifende Kurse stattfinden, werden sie auch von Schülern aus anderen Klassen genutzt. 

4 Rhythmisierung und Angebotsstruktur

Die teilgebundene Ganztagsschule ermöglicht einen sinnvollen Wechsel von Konzentration und Entspannung. Zwei Unterrichtsblöcke finden am Vormittag statt, die Mittagspause ist zeitlich so bemessen, dass die Kinder in Ruhe essen können und vor oder nach dem Essen Zeit zum Bewegen, Spielen oder Ausruhen haben. Am Nachmittag liegen der letzte Unterrichtsblock, die Arbeitszeit und ein Angebot. Der Unterricht wird von Lehrkräften durchgeführt, die übrigen Aktivitäten werden bei verlässlichen Absprachen unter ErzieherInnen, SozialpädagogInnen, Lehrkräften und Honorarkräften aufgeteilt. Das Angebot ist breit gefächert und bietet den Kindern vielfältige Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Settings. Bei der inhaltlichen Planung werden Bedürfnisse und Interessen der Kinder, die besonderen Schwerpunkte der Schule sowie die sozialräumlichen Gegebenheiten berücksichtigt. Der Betreuungsschlüssel variiert je nach Angebotsinhalt. Im jeweiligen (Halb-) Jahresprogramm finden sich dann beispielsweise Angebote und Kurse zum künstlerischen Gestalten, zur Bewegungsförderung, zum Musizieren und zum Forschen und Entdecken von Naturphänomenen. Die Kurse werden verbindlich für ein halbes Jahr gewählt. 

Im freien Angebot entscheiden die Kinder selbst, womit sie sich  wann und wo und mit wem im vorgegebenen Rahmen beschäftigen werden. Damit bekommen die Kinder die Möglichkeit, sich untereinander über ihre Interessen auszutauschen, sich mit Kindern mit ähnlichen Interessen zusammenzutun, Entscheidungsprozesse aktiv zu gestalten und schließlich in der Gruppe zu artikulieren.  

Bei der Auswahl der KursleiterInnen wird auf pädagogische sowie fachliche Kompetenz und Zuverlässigkeit Wert gelegt. In der Zusammenarbeit wird auch hier ein größtmögliches Maß an Kontinuität angestrebt, damit die Kinder in den Angeboten und Kursen auf verlässliche Bezugspersonen treffen. 

Um zusätzliche Einnahmequellen zu eröffnen, die weitere Unterstützung des Ganztagsangebots ermöglichen, werden die Eltern gebeten, an den Schulverein zu spenden. 

Diese Spendengelder können für zusätzliche Angebote oder Ausstattungen verwendet werden.

 Rhythmisierung

Den aktuellen Wochenstrukturplan sehen Sie oben auf der Seite. 

5 Verpflegung/Mittagessen

Im ersten Unterrichtsblock frühstücken die Kinder gemeinsam im Klassenverband Dabei wird eine angenehme Atmosphäre hergestellt und vorgelesen. Die gesunde und ausgewogene Ernährung wird mit den Eltern und Kindern thematisiert, auch auf die sinnvolle Verpackung und Müllvermeidung wird hingewiesen.

Das Mittagessen wird von der Küche der angrenzenden Kindertagesstätte frisch gekocht. Die Kinder essen gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Schulteams in Jahrgangsgruppen in der Mensa. Die Regeln, die beim Essen gelten, werden mit den Kindern besprochen und nötigenfalls verändert.  Alle Kinder nehmen am gemeinsamen Mittagessen teil, kein Kind isst allein. Zu der Mahlzeit gibt es Leitungswasser auf den Tischen. 

6 Öffnung im sozialen Raum

Die Katharinenschule in der Hafencity legt Wert auf eine gute Zusammenarbeit im Stadtteil. Die Teilnahme an  Veranstaltungen wie dem „Runden Tisch Hafencity“ und dem „Bürgerforum“ gehört ebenso dazu wie die Entdeckung und Nutzung des Stadtteils der Kinder in Unterrichtsprojekten.

In der Zusammenarbeit mit der Katharinenkirche haben die Kinder die Möglichkeit, im Ganztagsangebot in der Kinderkantorei zu singen. Regelmäßig nimmt die Schule an der Apfelbaumpflanzaktion im Lohsepark zum Reformationstag teil. Besuche des maritimen Museums und der Elbphilharmonie sowie die Teilnahme am HSH Nordbank Run stärken die Identifikation mit dem Stadtteil und öffnen die Schule zum Stadtteil. Die Zusammenarbeit mit der evangelischen Kita im Haus wie auch mit anderen Kitas des Stadtteils wird begrüßt.

7 Zusammenarbeit mit Eltern

Die Katharinenschule hat einen engagierten Elternrat, der sich interessiert und kompetent in die Kooperation einbringt. Regelmäßige Elternabende in den Klassen sowie spezielle Informationsabende laden die Eltern in die Schule ein. Der Austausch sowohl über das einzelne Kind als auch über bildungspolitische oder stadtteilbezogene Besonderheiten ist allen Beteiligten wichtig.

In kritischen Situationen, die innerhalb der Erziehungsarbeit entstehen, ist der vertrauensvolle Austausch im Interesse des Kindes wichtige Voraussetzung. Eltern, ErzieherInnen und Lehrkräfte verstehen sich in diesem Zusammenhang als Partner und suchen gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten. Dabei werden bei Bedarf außerschulische Hilfsangebote (z.B. ReBBZ) hinzugezogen.  

8 Gemeinsames Qualitätsmanagement

Die Schule befindet sich wie alle Schulen in einem ständigen Veränderungsprozess. Veränderungen werden unter Einbeziehung aller Akteure gesteuert und die Wirksamkeit der Maßnahmen evaluiert. 

Dazu gehört immer auch die Erhebung der Zufriedenheit aller an Schule Beteiligten. Dies erfolgt durch eine Befragung der Eltern per Fragebogen, der Kinder im Klassenrat und in der Kinderkonferenz, der MitarbeiterInnen in den unterschiedlichen Teamsitzungen bzw. der Lehrerkonferenz.

Das bestehende Leitbild der Katharinenschule ist Basis der Weiterentwicklung des pädagogischen Konzeptes. Die Katharinenschule hat Regeln für das gemeinsame Schulleben und die Lernkultur formuliert.

Verbindliche Kommunikationsstrukturen sind vorhanden. Die vorhandenen Foren (Homepage Katharinenschule, Elternabende) und Gremien (Lehrerkonferenz, Schulkonferenz, Elternratssitzungen) werden genutzt, um alle Beteiligten über den Entwicklungsstand zu informieren. Die Ressourcen (Personal, Räume etc.) orientieren sich an den veränderten Bedingungen und werden dementsprechend geplant.  

 

9 Personalentwicklung und –steuerung

In der Katharinenschule wird Teamarbeit für alle Klassen und Jahrgänge angestrebt. Bei der Kooperation zwischen Lehrkräften, SozialpädagogInnen, ErzieherInnen und Ehrenamtlichen ist gegenseitige Wertschätzung wichtigste Voraussetzung. Die Durchführung von regelmäßigen Treffen und die Einhaltung von Verabredungen sind daher unerlässlich. Die gemeinsame Beschäftigung erfordert eine abgestimmte Fortbildungsplanung, gemeinsame Fortbildungen werden angestrebt.  

  

Herzlichen Dank an Frau Barthe-Rasch als vorherige Schulleiterin! 

Diese aktualisierte Fassung entspricht dem Stand vom März 2018.

Ute Peters

Katharinenschule in der Hafencity

 

info@katharinenschule-hafencity.de